5.1.16

#wichtig: Jungstaugliche Tücher und Mädchengummistiefel

Immer wieder tauchen in verschiedensten Gruppen die Ausdrücke "jungstauglich" oder "für Mädchen", zuweilen sogar "männetauglich" auf: Hier suchen Muddis "jungstaugliche" Tragetücher, dort werden "männertaugliche" Stoffwindeln getauscht, wiederum an anderer Stelle werden Handschuhe gestrickt "in echten Mädchenfarben".

Meiner Meinung nach werden diese Begriffe allerdings völlig falsch benutzt.
In den oben genannten Beispielen geht es immer um die Farbe: Mädchentauglich sind Sachen, die auf jeden Fall rosa, lila, pink sind - andere Farben sind höchstens geduldet. Jungstaugliche Dinge dürfen genau diese Farben auf gar keinen Fall enthalten! Männertauglich wiederum (besonders bei Stoffwindeln) will eigentlich sagen: Auch die allergrößten grobmotorischen Idioten müssen sie bedienen können (= Knöpfe/Klett zumachen)...

Um festzustellen, ob Dinge jungs- oder mädchentauglich sind, müsste man meiner Meinung nach, folgende Frage stellen:

Ist die Sache mit einem Penis oder einer Vagina zu bedienen?


Kann sie nur mit einem Penis bedient werden, ist sie nicht mädchentauglich. Andersherum verhält es sich mit jungstauglich.



Alles andere - dieser absolute Hellblaurosascheiß - ist eine winzig kleine Schublade, in die wir unsere Kinder mit ihrem riesigen Schatz an persönlichem Charakter, Geschmack, Eigenschaften schon vor der Geburt stecken wollen.


#farbensindfüralle da. Alle. Und die Welt ist einfach viel zu bunt, um unsere Kinder von einer Seite abzuhalten! Vielleicht steckt in dem kleinen Knirps, der von seinen Eltern zwanghaft von seiner Passion - glitzernde Elfen und Feen - der nächste Fantasy-Bestseller-Autor und er wird nie seiner Leidenschaft nachgehen dürfen, weil sein Vater seine Männlichkeit von Farben nd Klischees abhängig macht?! Oder in dem kleinen Mädchen, was nicht um Kampfsport gehen darf, weil das nur "Mannsweiber" sind, die nächste Judo-Olympiasiegerin!

Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Aber in einer Gruppe von 50 Frauen ist das Frausein so unendlich differenziert - genau wie in einer Gruppe von 50 Männern - dass es völlig verrückt wäre, von einem angeborenen "Rosaschema" oder eben "Blauschema" zu sprechen.
Wenn man diese 50 Frauen oder Männer befragen würde, würde man erkennen, wie unglaublich unterschiedlich Frauen untereinander sind, dass es völlig verrückt ist, kleinste Kinder schon in irgendeine vermeintlich rosafarbene Schiene zu pressen. Diese Schiene existiert in der Realität nicht. Sie wird von keiner einzigen Frau verkörpert. Kein einziger Mann auf diesem Planeten entspricht dem Actionheld-in-blau-Schema. 


Wir sollten aufhören, die Welt in Hellblau und Rosa einzuteilen. Sie ist zu bunt, zu vielfältig, zu spannend dafür. Und unsere Kinder auch.

Kommentare:

  1. Amen to that. Gendered specifications suck

    https://matchamilady.wordpress.com/

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  2. Ja! Wenn ich mal ein Kind habe, werde ich sie ALLE veräppeln und ALLE Farben anziehen, nur damit jeder sagt "Süß, die Kleine" und ich "Ist eine Junge, aber danke!". Oder andersherum. Hhihi!

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  3. Ja, mit den Farben ist das so eine Sache: bis vor ca. 100 Jahren war rosa männlich, das kleine Rot, Farbe des Mars', des Kampfes, des Bluts, der Aggression; also alles, was ein Bub sein sollte. Hellblau dagegen das kleine Blau, Farbe der Jungfrau Maria, der Unschuld und Reinheit, usw. Wie sich die Zeiten doch ändern ...aber auch gleich blieben (sic)

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