27.10.13

[Empören] Was Wolle und Fleisch gemeinsam haben...

ist das Statement: "Ich kann mir das nicht leisten."



Doch, kannst du. Du musst nicht Billigmassentierhaltungsfleisch kaufen. Du musst kein Acrylbilligmist für Babykleidung verwenden. Geiz ist nicht geil. Dein Konsumverhalten ist eine Sache von Prioritäten.

"Ich kann mir kein Bio leisten!"

Doch, man kann sich Biofleisch leisten. Nämlich genau dann, wenn man seinen Fleischkonsum auf jeden zweiten Tag verteilt. Dann kann man sich besseres Fleisch leisten. Qualität statt Quantität.
Fleisch ist nicht gesund, wenn man es jeden Tag isst.

 "Ich kann mir keine bessere leisten!"

Doch, man kann sich echte Wolle leisten. Genau dann, wenn man sein Projekt plant und ein wenig Zeit investiert, Google und Co zu bemühen und nach Sonderangeboten im Internet oder auch vor Ort zu gucken. Auf Facebook und in diversen Foren gibt es auch Garntauschbörsen und -flohmärkte.
Man muss Babys nicht in chemiebelastete, billigstproduzierte Acrylgarne stecken.

"Der Mensch ist das Ende der Nahrungskette!"

Genau deshalb ist es seine Aufgabe, bewusst mit den Ressourcen umzugehen. Wer sich immer wieder auf die Wurzeln der Menschlichkeit beruft, um den Fleischgenuss zu rechtfertigen: Fleisch war auch zu Höhlenzeiten eher Luxus. Als die Menschen Tiere domestiziert hatten zum Verzehr, mussten sie ihr Getreide teilen und sich gut überlegen, ob sie selbst ihre Ernte essen oder es in Schweinefleisch investieren. Kein Wunder, dass man keine 40.000 Schwene in einem Stall halten konnte.
Und wenn alle Menschen auf der Welt so viel Fleisch futtern würden wie hier in Deutschland, dann hätten wir ein absolut riesiges Problem. Seit den 50er Jahren hat sich der Fleischkonsum verdreifacht. Für viele ist eine Mahlzeit keine Mahlzeit, wenn's kein Fleisch gibt - während wir in unendlich großen Mengen die Ernte verfüttern, die in armen Ländern die Nahrung für Menschen wäre.

"Ich hab halt nicht so viel Geld für bessere Qualität"

Genau dieses Geld werden auch diejenigen nicht haben, die für uns diese Billigmistwolle produzieren. Wie wohl die Produktionsbedingungen für chemisch belastetes Garn aussehen? Du unterstützt damit, dass es Leuten noch schlechter geht als es dir jemals gehen wird. Statt 1kg Billigacryl zu kaufen, könntest du dir Angebote heraussuchen und 500g anderes Garn kaufen, welches auch eine Wäsche überlebt und der Haut nicht schadet. Dann halten deine Handarbeiten nämlich auch länger.

Billigfleisch ist alles andere als billig - wir allen zahlen den Preis dafür

In Gegenden, in denen es viele Mastbetriebe gibt, ist das Wasser 10c teurer als sonstwo. Das durch Gülle belastete Grundwasser muss mit anderem vermischt werden, wodurch die Aufwandskosten wesentlich steigern. Das bezahlen wir alle.* Wir bezahlen auch mit unserer Umwelt. Nicht nur, dass unser Wasser verpestet wird - auch der Regenwald leidet unter unserem unglaublich rücksichtslosen Fressverhalten. Er wird abgeholzt, um Futterpflanzen anzubauen, die nach Deutschland gebracht werden und statt Menschen Schweine satt machen.



Alles hat seinen Preis. Auch Billiggarn. Auch Billigfleisch. Geiz ist nicht geil und Rücksichtslosigkeit auch nicht.

Kommentare:

  1. Genauso denke ich auch - lieber weniger von allem, dafür qualitativ bessere Produkte kaufen! Bevor ich ein Fleisch vom Supermarkt esse, ess ich lieber vegetarisch... Und bei Wolle zahlt es sich letzten Endes auch aus, wenn ich mit "billiger" Sockenwolle Socken stricke, sind die oft ganz schnell durch und ich hab am Ende nichts gespart...

    liebe Grüße
    Tina

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  2. Danke für Dein Statement, denn dem ist nichts hinzuzufügen.

    Schade nur, das so viele Menschen anders denken :-(

    liebe Grüße von
    Heike

    die in einer Fleischerei arbeitet und sich fast täglich anhören muss, wie teuer doch "alles" sei

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  3. Ich lese immer still mit, aber hier muss ich dir doch voll Recht geben. Schön, dass du dieses Thema auch einmal ansprichst, ich finde, es muss noch mehr darüber gesprochen werden. Ich esse vegan und daher ist das Thema bei mir und auch im Gespräch mit anderen häufig präsent. Da stelle ich immer wieder fest, dass die meisten sich nicht dessen bewusst sind, was für einen Wert tierische Produkte haben und nicht bereit sind, diesen zu zahlen... schade... umso mehr freut es mich, hier und da mal wieder kleine Beiträge wie deinen zu lesen :)

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