15.1.12

Der Traum von der eigenen Wohnung...

.. ist für meinen Liebsten und mich in Erfüllung gegangen :)


Endlich geht's raus aus dem grauen Studentenwohnheim! (Nein, eigentlich war die Zeit hier nie grau... Es kommen Erinnerungen an grandiose Partys, wunderbare Gespräche, super Mädelsabende, den ein oder anderen Tröstnotfall, Lachen, Weinen, Wutgrummel, Kochgeschichten, Couchsurfer, Pfadfinderrunden, ... Meine drei Mitbewohner werden mir fehlen - und den einen nehm ich ja mit :) )


by arne.list || @flickr
Der Grund, warum wir in Kiel bleiben wollen... <3

Um Weihnachten herum beschlossen wir es zu wagen - eine eigene kleine Wohnung irgendwo in Kiel. Das ist gar nicht mal so leicht... Es gibt da so einige Hindernisse:

  1. Die eigenen Ansprüche: mehr als 45m² dürften es schon sein, aber nicht zu teuer, kein ekliger Teppichfußboden, möglichst nicht so weit von der Uni entfernt, aber eben auch nicht zu nah dran, Badewanne wär famos, Küche, in die auch ein Tisch passt, auch, ...
  2. Ich geb's zu, ich steh nicht so auf Toiletten auf halber Treppe. Und obwohl ich den praktischen Nutzen von Duschen in der Küche tatsächlich erkenne - Spiegelei wenden beim Haarewaschen nämlich - ich steh total auf richtige Badezimmer!
  3. Wenn Mama und Papa nicht Arzt/Anwalt/o. ä. sind, kann es gut sein, dass man eher nicht berücksichtigt wird bei der Wohnungsvergabe. Ist ja auch klar, dass Töchterchen zum Studienanfang dringend eine 56m² große 3-Zimmer-Wohnung braucht. Wo sollte sie auch sonst ihre Klamotten lassen.
Und jetzt der ultimative Tipp gegen Langeweile: Wohnungsbesichtigungen!
Einfach irgendeine Wohnung aussuchen, Vermieter/aktuellen Mieter kontaktieren und um einen Termin bitten. Wenn man dann Glück hat, gibt's einen Sammeltermin, das ist so ziemlich der Jackpot der Wohnungsbesichtigungen.

Bereits bei der Ankunft stehen schon 30 Menschen vor dem Haus und besichtigen die Lage. "Ist ja auch schön hier... so mit den Bäumen..." ... "Zum Kindergarten ist es auch nicht weit..." "Guck mal, die Giebel find ich schön..." Blablabla... Alle stehen allein oder in 2er-Grüppchen davor und glotzen einfach mal. Es kann sich auch um einen grauen Betonbau handeln, es wird geglotzt. Dann öffnet der aktuelle Mieter resp. der Makler die Tür und schon strömen 30 Menschen in die 45m²-Bude und verteilen sich möglichst unhomogen, d.h. am liebsten wollen alle gleich das Schlafzimmer sehen. Oder das 4m² große Badezimmer. Es wird gedrängt, geschubst, geglotzt. Nicht, dass man die Dimensionen der Wohnung erahnen könnte, wenn so viele Leute in einem viel zu kleinen Raum gedrängt sind, aber das ist egal. Nach fünf Minuten fragt schon der erste nach "der Liste". Das ist ein geheimer Startschuss, jetzt geht es um die begehrten Plätze auf der "Liste". Man will nicht zu weit oben stehen, aber eben auch nicht zu weit unten. Unter den ersten fünf wäre gut. Am besten ist es, wenn man auch den Beruf angeben muss. Schonmal Mutti vorschicken: "Ich bin Ärztin, ich zahl das"... Wenn dann alle auf der Liste der Mietinteressenten stehen, kann man auch wagen, die ein oder andere Frage zu stellen: "Wie wird hier Warmwasser gemacht?", "Bleibt der Fußboden so?", "Wer wohnt hier noch so?"... Wenn man aber sowieso nur aus Spaß da ist (weil man sich verklickt hat, oder nicht gemerkt hat, dass die Wohnung am A* der Heide ist, ... oder eben weil man Wohnungsbesichtigungen als neues Hobby ausübt), kann man auch mal vernünftige Fragen stellen. Mein Freund und ich (eingefleischte Pfadfinder) hatten uns z.B. mal überlegt: "Wie ist das eigentlich mit offenem Feuer in der Wohnung?" Jedenfalls gehen nach den Fragen die ersten Streichungen auf der Liste los. "Also das Bad ist uns doch ein bisschen zu klein... Hat ja auch kein Fenster" Naja, es handelt sich um eine 45m² Wohnung für 450€ warm, Whirlpool is da nich.
Auch super sind Wohnungen, bei denen man erst alle seine privaten Daten, Personalausweis, Einkommensnachweis, Bürgschaft der Eltern bei Unterhaltszahlungen, usw. per E-Mail an Makler schickt und dann einfach mal überhaupt nichts mehr davon hört. Keine Zu- und keine Absage. Da kommt man sich vielleicht bescheuert vor...
 

Im Endeffekt hatten wir drei Favoriten. Eine wundervolle 54m²-Wohnung mit drei Zimmern, Balkon und Badewanne. Die Küche war total putzig und verwinkelt, das Schlafzimmer ging zum Garten raus, zwischen Wohn- und Esszimmer gab's eine riesig hohe weiße Holzschiebetür. Dielen- und Laminatfußboden. Das Bad war rosa, aber es gab halt eine Badewanne. Einfach total schön. Leider gehörte unsere Bewerbung zu denen, die am Ende irgendwo landeten und nie eine Antwort bekamen...
Die nächste Wohnung, die uns sehr gefiel, befindet sich in derselben Straße, in der wir schon wohnen, also allerbeste Lage. Von außen wahrlich kein Prachtbau, aber so ein Balkon im 7. Stock hat schon was... Im Geiste genossen wir schon Wein im Sonnenuntergang... Auch diese Wohnung war niedlich mit viel Stauraum, Badewanne, Südbalkon, einem mittelgroßen Schlafzimmer, einem riesigen Wohnzimmer, helle Küche, Laminat. Auch von ihr hörten wir nie wieder.
Traumwohnung Nummer 3 war dann der große Treffer. Ebenfalls nur eine Straße weiter gelegen, befindet sich die Wohnung im 4. Stockwerk eines Altbaus. Von außen wunderschön und perfekt gelegen - noch näher an der Bushaltestelle, von der aus wir immer zur Uni kommen. Als ich hereinkam, war da sofort ein "Zu Hause"-Gefühl. Überall, auch in der Küche, gibt's Dielenfußboden. Der Balkon geht nach Südosten in den innenhof, das Schlafzimmer ebenfalls. Das Bad hat leider keine Badewanne, dafür aber überdurchschnittlich viel Platz für einen Schrank. Die Küche ist groß genug für einen kleinen Frühstückstisch und hat sogar noch einen kleinen eingebauten Vorratsschrank, was ich immer total niedlich finde :) Das Wohnzimmer ist ziemlich großzügig und geht zur Straße raus. Die Decken sind nicht so übermäßig hoch, das spart Heizkosten und für unsere Waschmaschine gibt's eine kleine Abstellkammer auf halber Treppe, das ist auch ziemlich praktisch. Jap, das wird unser zu Hause.

Ihr könnt euch vorstellen, wie wild ich jetzt am Planen bin für jedes einzelne Zimmer. Die erste Zeit wird ein ziemlicher Improvisationsakt. Wir haben nämlich noch gar keine Waschmaschine (also müssen wir weiter im Wohnheim waschen), wir haben noch keine richtige Wohnzimmereinrichtung bis auf ein Schlafsofa und ein Couchtisch. Unser neues, größeres Bett ist auch noch nicht da... Aber es wird. Ich halte euch auf dem Laufenden....
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